Die ISG-Übung der Dornmethode

Die ISG-Übung (oft auch ISG-Korrektur genannt) ist eine Basis-Übung der Dornmethode, die man in der Ausbildung Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuß lernt.

Was ist das ISG?

Das Ilio-Sakral-Gelenk (ISG), auch Kreuz-Darmbein-Gelenk genannt, ist die gelenkige Verbindung zwischen dem oberen Kreuzbein (Os sacrum) und dem Darmbein (Os ilium). Aufgrund des massiven, stabilisierenden Bandapparates im Becken hat das ISG nur eine eingeschränkte Beweglichkeit. Eine Blockade des ISG kann die Ursache für Schmerzen im Gesäß bzw. im unteren Rücken sein. Meist verursacht sie keine akuten Schmerzen. Die umgebende Muskulatur ist aber oft verspannt und bei Druck schmerzempfindlich. Die ISG-Blockade kann einen Beinlängenunterschied bewirken. Daher ist auch die Beinlängenkorrektur der Dornmethode wichtig, um den Beckenschiefstand zu beseitigen.

Wie stellen wir eine ISG-Blockade fest?

Die meisten Menschen haben eine ISG-Blockade, also auf einer Seite ein zurückstehendes ISG, was wir an einem zurückstehenden Darmbeinhöcker (Spina iliaca posterior superior) erkennen. Bei manchen Klienten können wir den zurückstehenden Darmbeinhöcker mit dem Auge erkennen. Bei allen anderen müssen wir ihn ertasten. Der Behandler stellt sich hinter den leicht nach vorne gebeugten Klienten und ertastet in Höhe des 2. Kreuzbeinwirbels (S2) links und rechts die Darmbeinhöcker. Steht ein Darmbeinhöcker zurück, liegt eine ISG-Blockade vor.

Ursachen für ISG-Blockaden:

– Fehlbelastung – Bewegungsmangel (z.B. zu viel sitzen) – Schwäche der umgebenden Muskulatur – Unfall oder Sturz – durch die Geburt

Wann ist die ISG-Übung der Dornmethode sinnvoll?

– bei Schmerzen im ISG-Bereich (Kreuzbein, Becken, Gesäß) – bei ISG-Blockaden, bzw., wenn das Becken auf einer Seite zurücksteht – als Mobilisationsübung für jeden (täglich oder bei Bedarf)

Durchführung der ISG-Übung:

1. Als Selbsthilfeübung: Man legt seine geballte Faust auf den Darmbeinhöcker (Spina iliaca) des zurückstehenden ISG´s. Mit der anderen Hand hält man sich fest (z.B. an Fensterbank, Tisch oder Massageliege). Dann pendelt man mit dem gestreckten Bein auf der Seite des blockierten ISG kräftig nach hinten und wieder leicht nach vorne. Während das Bein zurückpendelt, gibt man mit der Faust Druck nach vorne gegen den zurückstehenden Darmbeinhöcker. Bei akuten Schmerzen im Bereich des ISG vor und nach der Übung die Pobacke mit Johanniskraut-Öl einmassieren. Zur Mobilisation kann die ISG-Übung auch auf der anderen Seite gemacht werden. Häufigkeit: 3-5 mal

2. Als Behandler am Klienten: Wie bei 1., nur dass der Behandler seine Faust auf den zurückstehenden Darmbeinhöcker des Klienten drückt. Der Klient hält sich mit beiden Händen fest.

Kontraindikationen für die ISG-Übung:

– Akute Brüche

– Osteoporose

Entzündungen im ISG-Bereich

– Tumore im ISG-Bereich

– Schwangerschaft

wenn die Übung nicht gut tut:

– weil vorhandene Schmerzen im ISG-Bereich verstärkt werden

– weil der Druck auf das ISG bei wiederholter Übung schmerzhaft ist

– weil das Schwingen des Beines bei der Übung starke Schmerzen auslöst, z.B. bei blockierten Lendenwirbeln. Dann erst mit der Dornmethode blockierte Wirbel und Nerven befreien.

Siehe auch:

Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss

Ausbildung Wirbelsäulentherapie nach Dorn und Breuss

Achtung! Die Selbsthilfe ersetzt keine notwendige medizinische Behandlung.